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Bei jedem
Übertragungsgottesdienst können wir das folgende Ritual neu
erleben.
Wenige Minuten vor dem Gottesdienst verkündigt ein
höherer Amtsträger wichtige Informationen. Weil es dabei auf
jedes Wort ankommt hat er das, ganz gegen die Gewohnheit, auf
einem großen Zettel notiert. Der Zettel wird auseinandergefaltet
und damit nichts falsch läuft, liest er natürlich jedes Wort
gewissenhaft ab. Schließlich soll es doch jeder verstehen.
„Liebe
Geschwister, hier in der Halle und alle die ihr über Bild und
Ton mit uns verbunden seid. Der Stammapostel und seine
Begleiter sind mittlerweile eingetroffen. Zu Beginn singen
wir gemeinsam aus unserem Gesangbuch das Lied Nummer XXX. Nun
wünschen wir allen einen störungsfreien und segensreichen
Empfang.“
Das sind gestandene Amtsbrüder
mit langjähriger Erfahrung und vielen gehaltenen Gottesdiensten
die für solche „geistreichen“ Informationen ausgewählt werden.
Ob man das nicht auch ohne Manuskript mitteilen kann?
Was soll die unsinnige Aussage:
„Der Stammapostel und seine Begleiter sind inzwischen (9:55 Uhr)
eingetroffen.“ Der Stammapostel ist in aller Regel bereits am
Freitag jedoch spätestens am Samstag am Ort seines Dienens
angekommen. Wenn er, aus welchen Gründen auch immer, bisher
nicht eingetroffen sein sollte, dann wäre eine Information
frühzeitig, wichtig und nötig. Der Satz sollte schleunigst aus
den Ankündigungsinformationen gestrichen werden, denn er trägt
nicht zur Heiligung sondern bestenfalls zur Erheiterung bei.
Die zu singende Liednummer läuft
bereits auch dauernd über den blauen Balken, es wäre ebenfalls
entbehrlich das zu erwähnen.
Dann sind es noch zwei Sätze
weniger. Vielleicht geht es dadurch in Zukunft sogar ohne
Konzept, oder noch besser man spart sich diese Informationen
ganz.
BP 2005-09-19
(hw)
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