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Kleine Lügen, große Lügen und Statistiken

Wenn man die zufrieden vorgetragenen Zahlen der „repräsentativen Umfrage“ der NAK NRW liest, kommen viele Fragen auf.

Hier die vorgestellten Ergebnisse:

1200 aktiven Mitgliedern wurde ein Fragebogen zugesandt. Davon antworteten 55% = 660 Mitglieder. 79 % davon bewerteten das seelsorgerische Angebot positiv und sogar 82 % äußerten sich glücklich über die Aktivitäten in ihrer eigenen Gemeinde. Das wurde von Bezirksapostel Brinkmann, den in Herne versammelten Vorstehern mit großer Zufriedenheit präsentiert.

Zunächst muss jedoch festgestellt werden, dass die „Aktiven“ nur noch ca. 40% der eingetragenen Mitglieder ausmachen. In manchen Gemeinden geht die Quote sicher schon eher in Richtung 30 %. Davon wurden 1200 ca. 3% „auserwählt“ ihre Stellungnahme zu den vorgegeben Fragen abzugeben (Ich gehörte auch dazu). 55% füllten den Bogen aus und sandten Ihn zurück (ca. 1,6 %). Davon waren wiederum 80 % zufrieden (ca. 1,3 %). Wenn man die Zahlen so sieht, bekommen sie schon ein ganz anderes Gewicht.

Aber es bleiben immer noch viele Fragen. Warum wurden ausschließlich aktive angeschrieben? Eine Mischung die dem Mitgliedsbestand entspricht wäre sicher aussagekräftiger gewesen. Wie sieht es die KL wenn fast die Hälfte der Angeschriebenen nicht geantwortet hat obwohl sie doch aktiv sind? Für mich wird dadurch deutlich,  wie hoch die Zahl derer ist, die ihre innere Kündigung längst geschrieben haben. Dass sich doch fast 20 % trauen ihrem Unmut Luft zu machen ist sicher auf die Anonymität der Antworten zurück zu führen. Mit Namen und Adresse hätte die KL ein „DDR“ gemäßes „Wahlergebnis“ bekommen. Aber gerade die Nachvollziehbarkeit, in welcher Gemeinde und welchem Bezirk vieles im Argen liegt, hätte Ansätze geliefert wo, was zu ändern ist.

Wer  2 und 2 zusammen zählen kann der muss sich fragen: „Ist die Kirchenleitung so naiv, oder ist es eher das Pfeifen im dunklen Keller?“ „Warum werden hier schön gefärbte Statistiken vorgestellt?“ Wo bleiben eine ehrliche Bestandsaufnahme und eine gemeinsame Überlegung mit den Aktiven, wie es besser zu machen wäre?

BP 20071119 (hw)

 

 

 

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