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Eine Quelle
mit bestem Wasser wird in einer Wüste die sie umgibt, nie zu
einem Bach oder gar Fluss werden, der auch in der Umgebung neues
Leben hervorbringt. Das Wasser verdunstet und versickert im Sand
der Umgebung. Vielleicht hinkt dieser Vergleich ein wenig, aber
so geht es auch mit Reformen in der NAK.
Da werden vom
Stammapostel klare Informationen und Regeln gegeben, und in der
Amtshierarchie versickern sie und werden ausgetrocknet. Das
Umfeld (die Gemeinden) erreichen diese Informationen nur selten
und dann noch stark gefiltert. Es ist eigenartig, das dies die
gleiche Amtshierarchie ist, die immer so intensiv vom Stammapostel
spricht und vom Kirchenvolk Nachfolge fordert. Häufig wird
dieser Nachfolgeforderung noch mit mehr oder weniger versteckten
Strafandrohungen Nachdruck verliehen, z.B. mit der Erklärung: „…
wenn wir nicht in der bedingungslosen Nachfolge stehen, kann
uns der Herr nicht segnen.“ Es gibt auch deutlichere Drohungen
und ich bin überzeugt jeder hätte da was beizusteuern.
Nun ist es
unbestritten, dass die Stammapostel der Vergangenheit manche
positiven und richtigen Entscheidungen verkündigt haben aber die
Frage bleibt: „Was ist bei den Geschwistern angekommen?“
In der
letzten Ausgabe von „Spirit“, wurde unter dem Thema –
Eigenverantwortung – ein Zitat von STAP Bischoff aus einer
Apostelversammlung vom 25. März 1957 veröffentlicht, in dem er
sagt:
„Da Gott jedem
Menschen seinen freien Willen gegeben hat, haben die Apostel und
ich keine Macht oder Befugnis zu bestimmen, ob Frauen oder
Mädchen ihre Haare kurz oder lang tragen oder sich die Lippen
und Fingernägel färben dürfen. Wir haben auch kein Recht,
darüber zu bestimmen, ob sich jemand einen Radio- oder
Fernsehapparat oder Ähnliches zulegen darf. Es muss auch jedem
überlassen bleiben, ob er rauchen will und welche Nahrungs- oder
Lebensmittel er genießen und welche Getränke er in Form von
Wein, Bier, Cognac, Weinbrand, Schnaps, Whiskey oder
alkoholfreie Flüssigkeit zu sich nehmen will. Ferner können wir
keine Vorschriften machen über den Kauf von
Gebrauchsgegenständen des menschlichen Lebens. Bei allem, was
wir erwerben, kommt es auf das Bedürfnis an. Was mir nicht
zum leiblichen und seelischen Wohl sowie dazu dient, das
Verhältnis zu Gott noch inniger zu gestalten verwende ich
nicht.“
Mal abgesehen
davon, dass hier das etwas ramponierte Image von STAP Bischoff
wieder aufgebessert werden sollte, sind doch eine Menge Fragen
aufgeworfen worden. Die Praxis in der NAK sah doch ganz anders
aus. Bis Mitte der 80er Jahre war z.B. der Fernsehapparat
verpönt. Ich kann mich an eine Anekdote erinnern die der
damalige Bischof Zier uns im Ämterkreis erzählt hat. Da sollte
ein Bruder ins Amt gesetzt werden allerdings hatte er einen
Fernsehapparat. Also musste dieses Hindernis aus der Welt
geschaffen werden. Der Bruder wollte aber den Fernseher nicht
abschaffen, da er noch sehr neu war und viel gekostet hatte. Da
hat Bischof Zier ihm angeboten, den Fernseher zu einem guten
Preis zu kaufen. Der Handel wurde abgeschlossen. Der Bischof
beauftragte zwei Brüder den Fernsehapparat abzuholen. Nachdem
sie das Gerät aus der 3. Etage nach unten getragen haben, ließen
sie es auf dem Bürgersteig fallen und das Gerät war hin. Der
Bischof sagte uns damals: „Es sollte doch niemand sagen der
Bischof hat aber jetzt einen Fernsehapparat.“
So könnte zu
jedem Lebensbereich, manche Episode aus unserer Geschichte
dokumentieren, dass die vom STAP den Aposteln verkündigten
Freiheiten selten bei den Geschwistern angekommen sind.
Allerdings, und deshalb habe ich den letzten Satz Kursiv
gedruckt, ist die Aussage „..was mir nicht dazu dient in meinem
Glauben vorwärts zu kommen, verwende ich nicht“, mir sehr wohl
im Gedächtnis.
STAP Urwyler
versuchte es mit seiner Lehre zum Thema „Eigenverantwortung“ in
einem Übertragungsgottesdienst. Es haben zwar alle damals das
gleiche Wort gehört aber nach einer kurzen Phase des Schweigens,
wurde dann doch die Eigenverantwortung stark eingeschränkt unter
Bezug auf die Verantwortung als Amtsträger, durfte die
Eigenverantwortung nur auf unbedeutende Bereiche den
Geschwistern übertragen werden. Auf keinen Fall sollte jemand
die Eigenverantwortung auf seinen Glauben oder seine Seele
ausdehnen.
STAP Fehr hat
in seiner Amtszeit manches geöffnet und musste doch oft wieder
zurückrudern, weil Widerstände aus dem engsten Mitarbeiterkreis
Kompromisse nötig machten.
Auch wenn die
Person des STAP gewechselt hat und Dr. Wilhelm Leber
zweifelsfrei die Kompetenz und das erforderliche
Durchsetzungsvermögen für seine Aufgabe hat, ist die Gefahr des
Versandens nicht geringer geworden. Das ist nur zu ändern, wenn
jeder an seinem Platz mithilft, dass die von oben gewünschten
Veränderungen auch durchgesetzt werden. Wir sollten uns nicht
von manchem „Bremser“ aufhalten lassen. Wir wollen eine
Gemeinschaft werden, die immer mehr in die Nachfolge Jesu
hineinwächst.
Dazu ist es
aber auch nötig, Wege zu finden damit der Austausch
untereinander besser funktioniert. Das bedeutet, dass das Medium
Internet idealerweise genutzt werden sollte, um positive,
genauso wie negative Beispiele aus den Gemeinden an das Licht
der Öffentlichkeit zu bringen. Nur dadurch können wir
voneinander lernen.
Bp 2006-02-10
(hw)
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