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Mutiges Projekt einer neuen Bibelübersetzung


Seit 2001 arbeiten 50 Religionswissenschaftler und Theologen daran die Bibel anhand der verfügbaren Urtexte in eine zeitgemäße und verständliche Sprache zu übersetzen. Das ist eigentlich nichts ungewöhnliches, denn das hat es schon öfter gegeben. Selbst die NAK hat erst vor einiger Zeit die Luther Übersetzung des Jahres 1984 in ihren Gottesdiensten eingeführt.

Das Spannende an dieser neuen Bibel, die im Herbst 2006 zur Verfügung stehen soll, ist allerdings die Zielsetzung der Übersetzer.  Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht die Bibel in einer „gerechten Sprache“ herauszugeben. Antijüdische, geschlechtsspezifische, gewaltverherrlichende  und frauenfeindliche Passagen sollen in der neuen Übersetzung dem heutigen Verständnis angepasst werden.

Die Anrede Gottes als „Herr“ wird mit „Gott“, „der Lebendige“,  „die Lebendige“, „der Ewige“, „die Ewige“ oder „Ich bin da“ ersetzt. Ist es denn richtig Gott als männlich zu sehen? Nun, in Hosea 11,9 heißt es beispielsweise: „ Denn ich bin Gott und kein Mann“ – Luther setzte hier übrigens für das eindeutige, hebräische „Mann“ ein allgemeines „Mensch“. Ob nun Mann oder Mensch: Die Bibel verbietet strikt, Gott auf eine einzige Vorstellung festzuschreiben. Das kommt im Judentum besonders gut zum Ausdruck: Da dort die Wiedergabe des Gottesnamens unaussprechlich ist, wird er mit den vier Konsonanten JHWH wiedergegeben.

Die Juden werden anders als in der Lutherbibel von 1984 nicht mehr als Kollektiv des Mordes an Jesus Christus bezeichnet sondern präzise mit dem Begriff „Vertreter der jüdischen Oberschicht“ bezeichnete Menschen übernahmen von Pilatus die Macht über Jesus.

Dabei werden keine Passagen einfach geglättet, sondern es werden z.B. die Worte von Paulus, das Frauen in der Gemeindeversammlung zu schweigen haben auch so übersetzt. Allerdings wird auch von der „Diakonin“ Phöbe die Rede sein und nicht nur von der „Dienerin“. Eindeutig ist im griechischen Urtext der Begriff „diakonos“ genannt. Das macht deutlich, dass Phöbe eine Funktionsträgerin in der Gemeinde  Kenrechreä war die mit männlichen Diakonen auf einer Ebene stand.

Es wird interessant sein die neue Bibelübersetzung nach ihrem Erscheinen mit der Lutherbibel zu vergleichen. Dabei sollen auch hebräische und griechische Begriffe die textbezogen eventuell andere Bedeutungen haben in Randnotizen vermerkt und im Anhang erklärt werden. Die einzelnen Bücher der Bibel sollen Vorworte erhalten in denen auch ein Bezug zum Umfeld hergestellt wird.

Weiter Informationen können Sie unter http://www.bibel-in-gerechter-sprache.de   erfahren.

Bp 2005-09-12   

 

 

 

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