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Wir sind es gewohnt, die Leiden
und Freuden unserer Glaubensgeschwister im Focus unserer Gebete
zu haben. Dass gezielte Gebete für andere Menschen gelten, gibt
es nur für den Bereich der Entschlafenen. In Gebeten für das
Diesseits werden zu allermeist die Menschen nicht erwähnt die
nicht unsere Glaubensgeschwister sind. Insofern war die
Aufforderung von Stammapostel Wilhelm Leber, für den Frieden auf
dieser Erde zu beten, schon ungewohnt für die Dienstleiter.
Entsprechend unterschiedlich wurde die Bitte des Stammapostels
umgesetzt.
Bezirksapostel Brinkmann, der den
Gottesdienst im Beisein aller Bezirksämter in der Kirche in
Herne hielt, begann den Gottesdienst mit einigen Worten zum
Weltfriedenstag. Er nahm dazu ein Wort aus Jesaja 57,19:
„Friede, Friede denen in der Ferne und denen in der Nähe,
spricht der Herr, ich will sie heilen.“ Er sagte dazu Frieden
sei nicht möglich, ohne innere Zufriedenheit, aus welcher
Friedfertigkeit folge. Er riet allen – wie er es sich selbst
vorgenommen habe – stets bemüht zu sein, Frieden zu bringen,
Frieden zu stiften: in der Familie, am Arbeitsplatz, in der
Nachbarschaft, in der Gemeinde. In einem innigen Gebet, zu dem
sich alle Anwesenden von ihren Plätzen erhoben, fasste der
Bezirksapostel die Wünsche aller um Frieden zusammen.
Es gab Gemeinden in denen das
Thema Frieden ein zentraler Punkt des Gottesdienstes war. In
einigen Gemeinden wurde eine Schweigeminute eingelegt.
Andern Orts war deutlich zu
spüren, dass die Dienstleiter mit dieser Besonderheit nicht
umgehen konnten. Im Eingangsgebet wurde
der Friede auf dieser Erde
nur am Rande und entsprechend „holprig“ erwähnt. Sofort
war der Dienstleiter wieder bei unseren Geschwistern die in
solchen Krisenregionen leben. Um der Pflicht genüge zu tun, las
er das Schreiben vom Bezirksapostel vor, in dem der alle
Dienstleiter aufgerufen hatte dem Frieden in dieser Welt im
Gebet einen besonderen Platz einzuräumen und Frieden zu einem
Thema des Gottesdienstes zu machen.
Vielleicht hätte man sich mit
dieser Besonderheit mal intensiver beschäftigen sollen.
Es gab Donnerstagsgemeinden, die
am Mittwoch eine spezielle Gedenkstunde angesetzt hatten.
Ingesamt ist der Gedanke sich an
solchen Gedenktagen zu beteiligen sehr gut. Wir müssen lernen,
nicht nur auf uns zu sehen, sondern die gesamte Menschheit in
unsere Gebete einzubeziehen. Dann erfüllen wir den Auftrag Jesus
und haben ein Mitgefühl für den Kummer und das Leid anderer.
BP 2005-09-23 (hw)
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