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Der Spagat den
Kirchenvertreter machen, um auf der einen Seite den Gläubigen zu
vermitteln, dass es nichts neben oder gar über der NAK gibt, das
den Anspruch erheben kann Verwalter Gottes hier auf Erden zu
sein wird immer wieder deutlich. Die andere Seite ist, dass man
in unserer Zeit anders denkende, auch aus den eigenen Reihen,
nicht vor den Kopf stoßen will.
So wird einmal die harte
Linie vertreten um sie gleich darauf wieder diplomatisch
aufzuweichen und im nächsten Augenblick, je nach Publikum,
wieder in die exklusive Phase einzutauchen.
Wie äußert sich denn die neuapostolische
Exklusivität?
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Allein der Stammapostel und die Apostel
verkündigen Gottes Willen und Gedanken. Alle anderen Christen
haben, bei allem Bemühen nach Gottes Geboten zu handeln, nur die
Chance eine gnädigen Richter zu finden.
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Der Heilige Geist wirkt allein in der
neuapostolischen Kirche und wird durch das Apostelamt verwaltet.
In anderen christlichen Gemeinschaften kann sich der heilige
Geist nicht offenbaren.
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Wir sind die Gemeinschaft Gottes und seine
Kinder.
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Nur im Gottesdienst werden uns Offenbarungen des
Heili-gen Geistes zuteil. Wer den Gottesdienst nicht oder nicht
regelmäßig besucht hat „schlechte Karten“. Das wird fast in
jedem Gottesdienst mit Nachdruck vermittelt. Also, Anwesenheit
ist gefordert. Wie es in der Seele aussieht scheint unwichtig zu
sein, nur da sein, das ist entscheidend.
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Es gibt zwar kein unfehlbarkeits- Dogma wie in
der römisch katholischen Kirche aber faktisch wird so gehandelt
als seien der Stammapostel und die Apostel unfehlbar. Kritik an
ihrem Handeln oder gar an ihrer Predigt wird wie eine
„Majestätsbeleidigung“ gesehen.
Nun gibt es aber
Bestrebungen, die Außenwirkung solcher Exklusivität zu mildern.
Da ist z.B. die Projektgruppe Ökumene (siehe Unsere Familie vom
05.02.05) die seit vielen Jahren die Quadratur des Kreises
versucht. Einerseits darf sie keinen der obengenanten Punkte
aufgeben, andererseits muss sie das „Aufeinander zugehen“ zu
anderen Christen üben.
Wenn man konkret fragt, was
mit Menschen geschieht die sich manchmal deutlich mehr als
neuapostolische Christen bemühen, nach Gottes Geboten zu
handeln, dann erklärt man diplomatisch: „Was Gott in seiner Güte
mit diesen Menschen tut, das wollen wir seiner Souveränität
überlassen.“
Die römisch katholische
Kirche die ihren Exklusivitätsanspruch immer klar und deutlich
herausgestellt hat dient oft als Beispiel. Manchmal hat man das
Gefühl, dass man gerne auch so wie diese Kirche auftreten und
akzeptiert werden möchte.
Neue Lehrerkenntnisse wie
z.B. die „Märtyrer“ haben z.B. die Frage erzeugt: „Warum werden
die die in ihrem Leben nicht neuapostolisch waren auch dabei
sein?“ Durch den Hinweis auf die vorher stattfindende Hochzeit
des Lammes wird dann aber wieder ein Vorteil für uns
vermittelt.
Die folgenden Fragen können
ein Gefühl dafür geben ob Gott diese Exklusivität mitträgt.
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Handeln wir, im Sinne Gottes, besser als andere
Menschen?
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Lässt Gott sein Handeln durch Menschen
beeinflussen und dirigieren?
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Wirkt der Heilige Geist ausschließlich in der
neuapostolischen Kirche?
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Ist der Heilige Geist der in den Amtsträger wirkt,
besser oder größer als der in dir?
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Darf man Entgleisungen, Floskeln und Fehler in
der Predigt nicht kritisieren?
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Fehlt anderen Christen die Verbindung zu Gott?
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Erleben andere Christen den Heiligen Geist nicht?
Wenn Sie auch nur eine dieser Fragen für sich mit „Nein“
beantworten müssen, dann können Sie daran erkennen, dass die
Exklusivität nicht der Weg ist, den Gott in seiner Güte gelegt
hat. Denn „…er will da allen Menschen geholfen werde und sie zur
Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ Wir sollten uns nicht
versteigen Gott zu spielen und anderen die Verbindung zu Ihm
abzusprechen. Schon zur Zeit Jesu gab es welche die ihre
Exklusivität und Macht mit allen Mitteln verteidigt haben.
Wenn die NAK den „ängstlich“ gehegten Exklusivitätsanspruch
aufgibt, wird nichts schlechter sondern die Schar der Brüder und
Schwestern wird größer.
Vor einiger Zeit besuchte ich einen
Gottesdienst in einer anderen Gemeinschaft. Die Freudigkeit,
Offenheit und die Klarheit der Predigt haben mich tief
beeindruckt.
Diese Menschen empfanden sich auch
als Gottes Kinder, aber von Exklusivität gab es keine Spur. Wir
haben verspürt mit welcher Inbrunst diese Menschen gesungen,
zugehört und gebetet haben. Wir durften ein Teil ihrer
Gemeinschaft sein, trotz unseres klaren Bekenntnisses zur
neuapostolischen Kirche.
Eine solche Offenheit und solches
Aufeinander zugehen müssen wir noch lernen.
Gott fragt nicht nach Exklusivität, aber er fragt danach ob wir
in seiner Liebe zu anderen Menschen offenbar geworden sind. Mit
Abgrenzung oder gar Ausgrenzung ist
das jedenfalls nicht zu erreichen.
bp-2005-07-05
(hw)
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