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Die
traditionsreiche Gemeinde Dortmund-Nord wird zum 31.12.2006
geschlossen das berichtet das Magazin
www.glaubenskultur.de.
Nun sind Schließungen von
Gemeinden nichts Ungewöhnliches und in manchen Fällen sicher
auch notwendig, aber die so oft beschworene neue Offenheit der
Kirchenleitung lässt noch viel zu wünschen übrig. Der
Unterschied zu der Zeit vor 20 Jahren liegt lediglich darin,
dass man früher erst Mitte Dezember gesagt hätte, dass am
31.12.2006 der letzte Gottesdienst in dieser Kirche stattfindet.
Aber bessere Transparenz, oder
gar die Betroffenen in die Planungen mit einzubeziehen das ist
von der Kirchenleitung offenbar nicht gewollt. Hier werden
Entscheidungen getroffen ohne die Betroffenen anzuhören, hier
werden Planungen umgesetzt die als fertiges Konzept ohne
Änderungsmöglichkeiten der Gemeinde vorgesetzt werden. Eine
Mitwirkung oder gar Änderung ist nicht gewünscht.
Die Aussage, dass man bei 150
Gottesdienstbesuchern eine Kirche mit 1000 Sitzplätzen nicht
mehr finanzieren könne ist nur als „Nebelkerze“ zu verstehen.
Konkrete Zahlen, meine Herren, gehören in die Öffentlichkeit.
Nur dann können sich auch die Betroffenen davon ein Bild machen
und finden garantiert Einsparmöglichkeiten an die in der
Kirchenverwaltung noch nie jemand gedacht hat. Wenn man in einer
solchen Entscheidung die Betroffenen mit einbezieht, sie mit
allen erforderlichen Informationen über laufende
Unterhaltungskosten und gemeindespezifischen Einnahmen versorgt
und einen Zeitraum von einem Jahr bis zur endgültigen
Entscheidung einräumt, dann gibt es sicher in manchem Fall
zum Schluss eine andere Entscheidung.
Hier wird eine Entscheidung vom
grünen Tisch mit der Autorität eines Apostels vermittelt und
damit gerechnet, dass sich nur wenige trauen öffentlich gegen
den Apostel ihre Meinung zu sagen. Also werden die, die mit
dieser Entscheidung nicht einverstanden sind und über deren
Köpfe hinweg eine solche Planung verabschiedet wurde, ihre
innere Kündigung aussprechen oder verfestigen. Das trägt nicht
dazu bei, das erklärte Ziel einer lebendigen Gemeinde zu
schaffen.
Die Entscheidung zur Schließung
der Gemeinde Dortmund-Nord verstehe ich aber auch als
Pilotprojekt und als Alibi für die Überraschungen die uns in
dieser Hinsicht noch bevorstehen. Wenn man diesen Maßstab
anlegt, dann müssten mehr als die Hälfte der Gemeinden auf der
„Abschussliste“ stehen.
BP2006-09-20
(hw)
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