Home
  Aktuelles
  Download
  Archiv
  Links
  Kontakt
  Impressum
Mit 7 Siegeln -  Gedanken zum Entschlafenengottesdienst

Jedes Jahr stehen drei Gottesdienste für Entschlafene auf dem neuapostolischen Kalender. Sie bilden besondere Höhepunkte im Kirchenjahr. Seit über 50 Jahren finden sie im März, Juli und November statt – weltweit.

Der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod gehört zu den Grundlagen christlichen Glaubens. Neuapostolische Christen glauben zudem auch daran, dass verstorbenen Seelen geholfen werden kann. Die durch das Opfer Christi erwirkte Erlösung ist nicht nur auf die Lebenden beschränkt, sondern reicht bis in die Bereiche der jenseitigen Welt.

Der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod ist in fast allen Religionen fest verankert. Es wurde, seit dem Menschen diese Erde bevölkerten, überall und mit unterschiedlichen Bräuchen der Verstorbenen gedacht.

Stammapostel Bischoff verfügte in Übereinstimmung mit der Apostelversammlung im Juni 1954, dass die Gottesdienste für Entschlafene künftig dreimal jährlich stattfinden sollten, und zwar jeweils am ersten Sonntag im November, im März und im Juli, beginnend mit dem 4. Juli 1954. 

Wir glauben fest, dass mit dem Ableben des Menschen die Seele in die Ewigkeit geht. Eine Vorstellung oder Ahnung von der „Welt des Geistes“ hat aber niemand von uns. Sie könnte also gleich neben uns, aber auch Lichtjahre entfernt sein. Die Vorstellungen, die wir aus unserer Lebenserfahrung und unserer Umwelt haben, können die andere Welt treffend beschreiben, sie können aber ebenso völlig daneben liegen.  

Niemand hat Erkenntnisse darüber, wie eine Menschenseele in der Ewigkeit ist, in welchem Zustand sie sich befindet, ob sie mit der Persönlichkeit als die sie hier gelebt hat, identifiziert werden kann. Keiner von uns weiß, ob die uns von Gott gegebenen Sinne in ähnlicher Weise in der Ewigkeit funktionieren, oder ob dort Wahrnehmungen und Äußerungen in für uns hier noch unvorstellbarer Weise ablaufen.  

Das soll nicht dazu führen, die uns vertraute Gebetsmacht nur für den sichtbaren Bereich einzusetzen, sondern mit unserem Glauben an ein Weiterleben der Seele und an die Allmacht Gottes dürfen wir unsere Gebete auch für all die Seelen einsetzen, die ohne göttliche Erlösung in die Ewigkeit gegangen sind. Das darf sich allerdings nicht auf 3 festgelegte Gedenktage beschränken.  

Es gibt aber immer wieder berechtigte Fragen zu in diesen besonderen Gedenkgottesdiensten gemachten Aussagen. z.B.  

Da ist der oder die jetzt ganz sicher auch da. 

Wenn wir in der Ewigkeit sind, kommen uns solche entgegen und bedanken sich bei uns, dass wir für sie gebetet haben. 

Wir sind eine Tür für Seelen aus der Ewigkeit die zum Thron Gottes und an den Altar führt. 

Da sind in diesem Jahr Priester in die Ewigkeit gegangen. Die wurden drüben dringend gebraucht. 

Wir sollten diese Aussagen mal näher betrachten. 

Da ist der oder die jetzt ganz sicher auch da.

Alles was mit den Gefühlen der Seele in einem Gottesdienst erlebt wird, ist niemals mit verbindlicher Sicherheit zu sagen. Diese Empfindungen werden doch auch von unseren Wünschen und Vorstellungen gesteuert. Man könnte sagen: „Ich habe das Gefühl, dass mir der oder die sehr nahe waren.“  Aber "ganz sicher" können wir bei einer solchen Aussage nicht sein. 

Wenn wir in der Ewigkeit sind, kommen uns solche entgegen und bedanken sich bei uns, dass wir für sie gebetet haben. 

Diese Aussage versucht eine Dankerwartung zu erzeugen die uns dazu animieren soll mehr für diese Seelen zu beten. Darin liegen gleich mehrere Fehler. Zunächst einmal senden wir unser Gebet ja nicht an einen bestimmten Menschen oder eine Gruppe von Menschen die unerlöst in die Ewigkeit gegangen sind. Nein, wir senden unser Gebet zu Gott und seinen Sohn Jesus Christus. Ihnen teilen wir im Gebet unsere Gedanken und Fürbitten für diese Menschen mit. Die erlösende Arbeit, und die Hinführung zur Gnade Gottes werden durch Jesus, Gott und die von Ihm eventuell Beauftragten verrichtet. Wie das abläuft entzieht sich unserer Wahrnehmung. Dadurch ist eine Verbindung der erlösungs-bedürftigen Seelen zu uns als Fürbittende nicht gegeben.

Ein Beispiel aus dem täglichen Leben mag das verdeutlichen. Wenn wir für eine große Katastrophe eine Spende an das Rote Kreuz geben und zufälligerweise nach Kaschmir fahren, wird niemand auf uns zukommen und sagen deine Spende hat mir das Überleben gesichert. Ebenso wenig werden wir vor Ort sagen können: „Dieses Zelt ist mit meiner Spende bezahlt worden.“  

Deshalb sollten solche Aussagen möglichst nicht getroffen werden. Denn Sie erzeugen unter Umständen Frust, wenn dann keiner auf uns zukommt und sich persönlich bedankt. Oder wenn auf der anderen Seite über unsere Dankerwartungen Unverständnis  herrscht. 

Wir sind eine Tür für Seelen aus der Ewigkeit die zum Thron Gottes und an den Altar führt. 

Wir können als Menschen mit unseren Schwächen, Fehlern und Unvollkommenheiten keine Tür sein durch die andere Seelen in die Gemeinschaft mit Gott kommen. Wir können lediglich mit unseren innigen Gebeten eine Tür bei Gott auftun. Gott der Allmächtige hat allein mit seinem Sohn Jesus Christus die Möglichkeit eine Tür aufzutun um Seelen aus der Finsternis ins ewige Licht zu holen.

Da sind in diesem Jahr Priester in die Ewigkeit gegangen. Die wurden drüben dringend gebraucht. 

Das ist so eine typische Aussage unüberlegter menschlicher Gedanken. Mir sagte kürzlich ein Diakon: „Wenn man das immer hört, muss man sich ja fragen ob ich wohl auch in der Ewigkeit gebraucht werden kann  und was ist mit denen die kein Amt tragen?" Das macht sofort klar, wie unsinnig diese Aussage  ist.

"Er war so ein guter Mensch  deshalb wurde er drüben gebraucht." Eine solche Aussage wird manchmal auch als „Trost“ gespendet.  Darin liegt aber kein Trost für den der zurückbleibt. Mit diesem Satz wird häufig das Gegenteil erreicht nämlich Anklage gegen Gott. Denn der in seinem Leid zurückbleibt, hätte den Verstorbenen auch noch gut gebrauchen können.

Tatsache ist, dass jeder Mensch von Gott seine bestimmte Zeit zugemessen bekommt und dann hier sein Leben beenden muss. Aber niemand wird hier abberufen weil er drüben gebraucht wird.  

Bei diesen notwendigen und wertvollen Gedenkgottesdiensten, sollte mehr  Fundamentales und weniger Spekulatives gepredigt werden. Ungeeignete Vergleiche und eventuell menschlich gut gemeinte Ausführungen, dürfen ein solches Seelenerleben nicht beeinträch-tigen. Vor allem sollte man sich davor hüten Aussagen in die Welt zu setzen die weder biblisch belegt werden können noch nüchterner Betrachtung standhalten. 

Bp 2005-11-06 (hw)

 

 

Links

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Nach oben

     

© 2005 Blick Punkt